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GERD: Fundoplicatio wirkt langfristig – unabhängig von der Operationstechnik

Die gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) lässt sich durch die operative Bildung einer Magenmanschette um die Speiseröhre erfolgreich behandeln. Dabei macht es langfristig keinen Unterschied, ob eine partielle oder eine vollständige Fundoplicatio durchgeführt wird, berichten schwedische Forschende in JAMA Surgery (DOI: 10.1001/jamasurg.2022.0805).
Bei der operativen Therapie der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) wird eine Manschette aus dem Fundus des Magens um die untere Speiseröhre gebildet. Der Eingriff wird als Fundoplicatio bezeichnet. Je nachdem ob die Manschette ganz oder nur teilweise um die Speiseröhre herumgezogen wird, unterscheidet man die totale Fundoplicatio nach Nissen (360°) von der hinteren partiellen Fundoplicatio nach Toupet (270°).
Lange Zeit galt die totale Fundoplicatio nach Nissen (360°) als der Goldstandard in der operativen Therapie von GERD, hatte aber häufig unerwünschte mechanische Nebeneffekte. Die daraufhin entwickelten partiellen Manschetten reduzierten diese Komplikationen, schnitten aber bei der Refluxkontrolle etwas weniger gut ab. Mit partiellen Fundoplicatio nach Toupet (270°) gelang es schließlich, die mechanischen Vorteile der partiellen Manschette mit der Refluxkontrolle der totalen Fundoplicatio zu vereinen.

Partielle Manschette hatte Vorteil bei der Dysphagie
In einer 2019 veröffentlichten randomisiert-kontrollierten Studie mit 456 GERD-Patienten gab es zwischen den beiden Operations¬techniken keine Unterschiede hinsichtlich Refluxkontrolle, Symptomkontrolle und Lebensqualität. Ganz im Gegenteil: Die partielle Manschette verursachte nach 1 und nach 2 Jahren sogar weniger Dysphagie als die vollständige Manschette.
„Basierend auf diesem Ergebnis lag es nahe, die partielle Fundoplicatio sogar noch vor der etablierten totalen Fundoplicatio zur operativen GERD-Therapie zu empfehlen“, schreiben Apostolos Analatos von der Chirurgischen Abteilung am Krankenhaus Nyköping und seine Kollegen. Allerdings wusste man damals noch nicht, ob dieser Vorteil anhalten würde.

Nach 15 Jahren sind die Techniken gleichwertig
Nachbeobachtungsdaten über 15 Jahre lagen für 310 der 456 Studienpatienten vor. Es zeigte sich, dass sowohl die partielle als auch die totale Fundoplicatio langfristig die Symptome der GERD kontrollieren. Auch die Lebensqualität ist vergleichbar. Die in den ersten Jahren nach dem Eingriff verzeichnete Überlegenheit der partiellen Fundoplicatio ließ sich ein Jahrzehnt später nicht mehr beobachten. Nach 15 Jahren waren die Dysphagiescores für Flüssigkeiten (1,2 vs. 1,2; p=0,58) und Festes (1,3 vs. 1,3; p=0,97) in beiden Patientengruppen vergleichbar niedrig.
„Die wichtigste Erkenntnis dieser randomisiert-kontrollierten Studie und ihrer langen Nachbeobachtung ist, dass die Effekte der Fundoplicatio hinsichtlich Refluxkontrolle, Schluckfunktion und Lebensqualität auch nach 15 Jahren noch gut erhalten sind – und dies unabhängig von der verwendeten Operationstechnik“, schlussfolgern Analatos und seine Kollegen.

© aerzteblatt.de

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