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Darmkrebs: USPSTF empfiehlt Früherkennung ab 45 Jahren

Washington – Eine deutliche Zunahme von Darmkrebserkrankungen vor dem 50. Lebensjahr hat die United States Preventive Services Task Force (USPSTF), ein vom Ge­sund­heits­mi­nis­terium eingesetztes Gremium, bewogen, das Eintrittsalter für die Darmkrebsvorsorge auf 45 Jahre zu senken.

Die im Amerikanischen Ärzteblatt (JAMA, 2021; DOI: 10.1001/jama.2021.6238) publizierten Empfehlung­en basieren auf einem Evidenzreport (JAMA 2021; DOI: 10.1001/jama.2021.4417) und Modellberech­nungen (JAMA 2021; DOI: 10.1001/jama.2021.5746), die den Nutzen des früheren Screenings berechnet haben.Anzeige

In den USA ist es in den letzten Jahren zu einer deutlichen Zunahme von Darmkrebserkrankungen bei jüngeren Menschen gekommen. Im letzten Jahr traten 11 % aller Kolonkarzinome und 15 % der Rektum­karzinome bei Patienten unter 50 Jahren auf. Vor 10 Jahren lag der Anteil erst bei 5 % beziehungsweise 9 %.

Es ist nicht mehr ungewöhnlich, dass Menschen in den 20er der 30er Lebensjahren an Darmkrebs erkran­ken. Die Ursachen werden in ungesunden Ernährungsgewohnheiten der Bevölkerung vermutet, die sich in hohem Maße von Fastfood und Fertigmahlzeiten ernährt, die offenbar die Entstehung von Darm­krebs fördern.

Vor 5 Jahren hatte die USPSTF ein Screening vor dem 50. Lebensjahr noch abgelehnt, obwohl schon damals feststand, dass eine Früherkennung bei jüngeren Menschen ebenso effektiv ist wie bei älteren (auch wenn diese Altersgruppe nicht an den klinischen Studien teilgenommen hatte). Da die Zahl der Krebserkrankungen vor dem 50. Lebensjahr jedoch noch zu gering erschien, stünde der Aufwand in keinem günstigen Verhältnis zum Nutzen, hieß es damals. Angesichts der neuen Zahlen hat sich die Einschätzung verändert.

Amy Knudsen vom Massachusetts General Hospital in Boston kommt in einer Reihe von Computersimu­la­tionen zu dem Ergebnis, dass eine Senkung des Alters für den Beginn des Screenings von 50 auf 45 Jahre auf 1.000 Personen zu 22 bis 27 zusätzlichen Lebensjahren führt. Dafür müssten 161 bis 784 zusätzliche Koloskopien durchgeführt und 0,1 bis 2 zusätzliche Komplikationen pro 1.000 Personen in Kauf genommen werden.

Die USPSTF gibt für die Altersgruppe von 45 bis 49 Jahren eine B-Empfehlung aus. Es ist der zweit­höchste Empfehlungsgrad. Er wird vergeben, wenn mit hoher Gewissheit ein moderater Nutzen oder mit moderater Gewissheit ein hoher Nutzen besteht (ersteres dürfte hier der Fall sein).

Für die Altersgruppe von 50 bis 75 Jahren besteht laut der USPSTF eine hohe Gewissheit für einen subs­tan­ziellen Nutzen der Darm­krebs­früh­erken­nung (A-Empfehlung). Im höheren Alter sollte die Früherken­nu­­­ng vom Gesundheitszustand und den Präferenzen des Patienten abhängig gemacht werden (C-Empfehlung).

© rme/aerzteblatt.de

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